verlängerter Burgmühlenweg, Lüchow
Der Lüchower Amtsturm ist ein imposantes Gebäude. Er ist die Eckbastion des in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts erbauten vierflügeligen Schlosses, dessen Grundmauern in der
Parkanlage des Schlossbergs noch gut nachvollziehbar sind. Vorgängerbau war die auf den Grundfesten einer slawischen Burganlage errichtete Burg der Grafen von Lüchow.
Bauherrin des Schlosses war Anna von
Nassau-Dillenburg, Herzogin von Braunschweig-Lüneburg (1441-1513), deren Wappen den Turm auf der Stadtseite ziert. Das Lüchower
Schloss war ein Witwensitz der Herzoginnen von Braunschweig-Lüneburg. Anna v. Nassau verweilte hier 1496 - 1504, andere Herzoginnen nach ihr ergänzten den Bau. Nachdem die Welfen Könige von
England geworden waren, diente das Schloss als Amtsitz des Amtmanns. Daher der Name des Turms. 1811 fiel das Schloss einem Stadtbrand zum Opfer. Mehr zur Geschichte des
Lüchower Schlosses gerne hier.
Der Backsteinturm ist 22 Meter hoch. Von hier bietet sich ein wunderbarer Aus- und Rundumblick über Lüchow und seine
Umgebung. Wenn die Sicht gut ist, kann man sogar Salzwedel am Horizont erkennen. Oberhalb des Umganges gab es ursprünglich einen ca. 12 Meter hohen Turmaufsatz, der von einem 5 Meter hohen
Haubendach abgeschlossen wurde. Beides konnte nicht erhalten werden. Die Mauern des Amtsturmes sind bis zu 3,5 Meter breit. Er diente über die Jahrhunderte als Wehrbau, Wohnung und
Gefängnis.
1930 wurde im Turm das erste Museum des Landkreises eingerichtet. Es zeigt heute neben der Geschichte der Lüchower Grafen weitere Kapitel der Lüchower Stadtgeschichte und deren Bezüge zu größeren
geschichtlichen Zusammenhängen.
ÖFFNUNGSZEITEN
Do: 10:00 - 13:00 Uhr
Fr: 14:00 - 16:00 Uhr
Sa: 13:00 - 16:00 Uhr
So: 12:00 - 15:00 Uhr
(01.04.-31.10.)
EINTRITTSPREIS
Erwachsene: 3,00 Euro
(Kombipreis für beide Ausstellungsbereiche)
Kinder/Jugendliche: 0,00 Euro
(Kinder bis 14 Jahre kostenfrei, bitte in Begleitung eines
Erwachsenen)
TELEFON & E-Mail
05841 126-414
[email protected]
Erdgeschoss: Frühgeschichte & Ausgrabungen
1. Etage: Lüchow im Mittelalter
2. Etage: Die Herzoginnen und das Schloss
3. Etage: Wechselausstellungen
4. Etage: Ausblick auf Lüchow und Umgebung
Das Lüchower Schloss war ab 1320 und bis ins 18. Jahrhundert hinein ein Witwensitz der Herzoginnen von Braunschweig-Lüneburg. Die Bewohnerinnen des Schlosses, auf deren Zeit und Leben im
Amtsturmgebäude des Museums eingegangen wird, gehörten durch Heirat zur Herrscherfamilie der Welfen. Diese Familie, zuerst nachweisbar vor 790, hat mit Heinrich dem Löwen (1129-1195), seit 1235 mit den Herzögen von Braunschweig und Lüneburg und
seit der Besteigung des englischen Throns durch Herzog Georg (seit 1714 König Georg I. von Großbritannien) eine erhebliche Rolle in der europäischen Geschichte gespielt. Queen Victoria,
Königin Elisabeth II., King Charles III. und zahlreiche andere europäische Herrscher gehören zu den Nachfahren der Bewohnerinnen des Schlosses Lüchow.
Der letzte König von Hannover, Georg V. (1819-1878), besuchte im Jahr 1865 das Wendland. Von seinem Besuch existieren bedeutende frühe Photografien, die im Rundlingsmuseum in Lübeln dokumentiert
sind.
Während die Herrschaft Dannenbergs von 1569-1671 eine gewisse Eigenständigkeit besaß, gehörte Lüchow seit 1320 bis 1837 durchgehend zum Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und bis 1866 zum
nachmaligen Königreich Hannover.
